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Mariendistel – Die Detox-Distel

Nach einer durchzechten Nacht gelobt man gerne Besserung und wünscht sich nichts mehr als ein schnelles, wirksames Mittel gegen den Kater. Ein guter Zeitpunkt, die Mariendistel endgültig in die Hausapotheke aufzunehmen. Darum hier eine kurze Beschreibung dieser Detox-Distel.

Die Mariendistel – Eine Stilblüte

Die heilsame Wirkung der Mariendistel ist seit dem Altertum bekannt. In Deutschland wird sie seit ungefähr dem 13. Jahrhundert verwendet. Die Überlieferung sagt, dass die Mariendistel ihren Namen von den weißen Flecken habe, die auf den Blättern der Pflanze zu sehen sind. Man habe angenommen, dass die Flecken von der Milch der Jungfrau Maria stammten und daraus geschlossen, dass die Pflanze bei Verabreichung dafür sorge, dass die Milchbildung stillender Frauen angeregt werde.
Schon Hildegard von Bingen, zu deren Zeit die Mariendistel „Vehedistel“ genannt wurde, habe sie gegen Seitenstechen, vermutlich auch Brust- und Lungenfellentzündugen, eingesetzt. Die Bereiche in denen die Mariendistel ihre Wirkung entfaltet sind scheinbar unbegrenzt. Allein vor der Verwendung von Mariendistel in Schwangerschaft und Stillzeit wird über den Beipackzettel wie bei den meisten Medikamenten ausdrücklich gewarnt.

Die Mariendistel – Ihre Bestimmung

Detox mit der Mariendistel - Frau trinkt SmoothieDie violett blühende, 60 bis 150 Zentimeter hohe, stachelige Pflanze wächst natürlicherweise vor allem in Südeuropa und Nordafrika. In Deutschland wird sie kultiviert. Sie ist ein offizielles Heilmittel. Botanisch ist die Mariendistel der Gattung der Korbblütler zuzuordnen.
Die Früchte der Distel werden bei der Behandlung von chronischen und toxischen Leberkrankheiten, Vergiftungen, Allergien, Verstopfung, Migräne, Krampfadern, Rheuma und Hepatitis eingesetzt. Man vermutet, dass sie sich bei weiterer Erforschung besonders für die Therapie von Krebserkrankungen als wertvoll erweisen wird. Schon jetzt ist in Tierversuchen nachgewiesen worden, dass sie die Tumorbildung verlangsamen konnte
Ihre Wirkung wird als anregend, entkrampfend, harntreibend, schweißtreibend und zellschützend beschrieben. Sie hemmt Entzündungen und sorgt für die Entgiftung der Leber.

Silymarin, zentraler Wirkstoff der Mariendistel

In den Früchten der Mariendistel lagert ihr Wirkstoff, das Silymarin. Eigentlich ist der als Silymarin beschriebene Wirkstoff eine Zusammensetzung verschiedener Flavonolderivate. Silymarin setzt sich also eigentlich wiederum aus Silibinin, Silydianin, Isosilibinin und Silychristin zusammen. Silymarin ist als Arzneimittel zugelassen. Silymarin lässt sich nicht gut in Wasser lösen. Das bedeutet zugleich, dass die Mariendistel, wenn sie als Tee zubereitet wird, nicht eine vergleichbar starke Wirkung entfalten kann, als wenn sie konzentriert in Form von Kapseln, Tabletten, Dragees oder Tinkturen als Mariendistelextrakt dargereicht wird.
Nimmt der Körper Silymarin auf, reagiert die Leber mit einer erhöhten Galleproduktion. Je mehr Galle der Körper produzieren kann, desto einfacher ist es für den Organismus, Giftstoffe auszuschwemmen. Der Verdauungsprozess, der natürliche Weg unseres Körpers, Schadstoffe oder nicht mehr benötigte Rückstände der körpereigenen Prozesse auszuscheiden, wird angeregt.
Die eigentliche Mariendistel Wirkung besteht also in ihrem Detox-Effekt.Schadstoffe, die den Körper über den Darm verlassen können, müssen nicht weiter bei schädigenden Folgen für das Organ in der Leber eingelagert werden. Die Entgiftung des Körpers kann wie vorgesehen erfolgen und muss nicht auf die Haut verlagert werden, was zu Pickeln und Unreinheiten führt. Folglich verbessern sich zugleich die Leberwerte und das Erscheinungsbild der Haut.

Die Mariendistel in Zellforschung allgemein …

Auf molekulare Ebene wirkt die Mariendistel in der Leber zellschützend. Sie sperrt die sogenannten freien Radikalen, die die Leber schädigen, von den Zellen aus, indem sie die körpereigenen Zellen mit einer Schutzschicht umgibt. Parallel dazu erhöht sie die Reaktionszeit der lebereigenen Zellen und aktiviert deren Selbstverteidigungskräfte. Freie Radikale sind Sauerstoffmoleküle oder organische Verbindungen, die sehr aggressiv und störend als Fremdkörper in den Organismus eingreifen. Unter anderem sorgt das Rauchen für den Eintritt von freien Radikalen in den Körper. Rauchen ist stark Leber schädigend. Aber auch Zucker, fehlender Schlaf, fettes Essen und natürlich Alkoholkonsum belasten die Leber. Hier kann die Mariendistel regulieren und von Hilfe sein. Auch bei einer Medikamentenvergiftung oder nach Einnahme einer hohen Dosis von Schmerzmitteln wie Paracetamol kann es angeraten sein, den Körper bei der Entgiftung durch die Mariendistel zu unterstützen.

…. und in der Krebsforschung konkret

In der Krebsforschung setzt man besondere Hoffnung auf die Mariendistel und das in ihr enthaltende Silymarin, da sich herausgestellt hat, dass die Mariendistel den Organismus vor den sehr aggressiven Chemotherapeutika schützen kann. Silymarin wird daher gerne begleitend zu einer Chemotherapie eingesetzt. Besondere Wirksamkeit entfacht das Silymarin der Mariendistel, wenn es gleichzeitig mit Curcumin aus Kurkuma eingenommen wird. Beide Mittel verstärken sich gegenseitig und verhinderten die rasche Entwicklung von Darmkrebs, wie von der Saint Louis University am 23. Juni 2016 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Journal of Cancer“ berichtet wurde.

Einnahmeempfehlung

Eine Vielzahl von Mariendistel-Präparaten ist im Handel erhältlich. Dabei ist die Höhe der erreichten Dosis an Silymarin, die angeboten wird, dabei stark unterschiedlich. Generell sind aber Präparate mit Wirkstoffen aus der Mariendistelfrucht denen aus Mariendistelsamen vorzuziehen. Allgemein wird empfohlen, ungefähr 200 Milligramm Trockenextrakt einzunehmen. Der Silymarin-Anteil sollte bei etwa 160 Milligramm liegen, damit ein spürbarer Effekt erzielt werden kann. Täglich kann zwei Mal eine Kapsel genommen werden, wenn keine akuten Beschwerden bestehen. Im Bedarfsfall kann die Dosis entsprechend angehoben werden. Eine Dosis von 800 Milligramm Silymarin täglich sollte aber nicht überschritten werden. Es empfiehlt sich, die Behandlung im Rahmen einer Kur durchzuführen und nach einer Einnahme über sechs Wochen hinweg, das Präparat nur noch erhaltend in entsprechender Reduzierung einzunehmen. Liegt eine Erkrankung wie Hepatitis vor, kann die Mariendistel aber auch bis zu fünf Monaten und länger verwendet werden.