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Wie Smoothies verhindern, dass du Bauchfett verbrennen kannst

2015-06-11_Wie Smoothies verhindern, dass du Bauchfett verbrennst (1)

Das Thema Smoothies brennt mir schon länger unter den Nägeln. Und so wie viele andere vielleicht auch, frage ich mich ob sie wirklich beim Abnehmen bzw. beim Versuch Bauchfett verbrennen zu können effektiv helfen.

In “gesunder” Gesellschaft

Im Supermarkt liegen sie zwischen vorgefertigten Obstsalaten, gemischten Salaten und abgepackten Beeren. In lustiger Gesellschaft also zu gesunden Lebensmitteln, die auch für die schlanke Linie gut sind.

Und so kommt es vielleicht, dass Smoothies der Ruf vorauseilt, sie könnten beim Abspecken und beim Vorhaben effektiv Bauchfett verbrennen zu wollen, wirklich helfen oder noch schlimmer, sie wären das Nonplus-Ultra für die Bikinifigur. (Natürlich sorgt auch die Werbung dafür, dass wir das denken!)

Das haben auch Corinna und ihr Mann Helge gedacht. Vor ein paar Tagen hat Corinna geschrieben und ihren Versuch geschildert, mit Smoothies abzunehmen:

“Ich selbst habe mit meinem Mann seit Januar täglich einen Smoothie hergestellt und mit Freude und großem Genuß getrunken. Wir sind beide berufstätig und haben unseren Smoothie zwischendurch bei der Arbeit getrunken. Da ein grüner Smoothie für mich keinerlei sättigende Wirkung entfaltet hat, habe ich mich parallel ganz normal ernährt mit dem Ergebnis, dass wir beide nach 3 Monate mehr als 3 Kilos zugenommen haben. Das war gar nicht gut. Also haben wir unseren Smoothie Konsum erst mal wieder eingestellt.”

Bauchfett verbrennen adé. Aber warum?

Warum nimmt man mit Smoothies nicht automatisch ab?

Was ist drin bzw. nicht drin, was das Abnehmen verhindert und im Gegenteil sogar dafür sorgt, dass man zunimmt?

[lightgrey_box] Punkt 1 hat Corinna treffend geschrieben: sie war nicht satt und hat deshalb ganz normal weiter gegessen. Das bedeutet, dass die Smoothie-Kalorien jeden Tag hinzu kamen – sie hat also jeden Tag für einen genussvollen Kalorienüberschuss gesorgt.[/lightgrey_box] [lightgrey_box] Punkt 2 ist, dass ein Smoothie auch wenn kein Zucker zugesetzt wurde, er dennoch eine erheblich Menge Zucker enthält: den Zucker aus den Früchten.[/lightgrey_box]

Und wenn man sich das Zutatenverzeichnis einmal genauer anschaut, stellt man fest, dass oft Fruchtpürees und Fruchtmark z. B.

  • Guanábanapüree
  • Bananenpüree
  • pinkes Drachenfruchtpüree
  • Erdbeermark
  • Apfelmark und
  • Fruchtsäfte und Fruchtsaftkonzentrate verwendet werden.

Die Bezeichnungen Konzentrat, Püree, Mark verraten, dass den Früchten die Flüssigkeit bzw. das Wasser entzogen wurde. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie eine viel höhere Fruchtzuckerdichte haben, als ihre natürlichen Ausgangsprodukte, also die eigentliche Frucht.

Zum Vergleich:

Vergleich Fruchtzucker in 100 g
Erdbeere frisch 5,5 g
Erdbeerkonzentrat 43,2 g
Banane frisch 21,4 g
Bananenkonzentrat 58,9 g
Apfel frisch 11,4 g
Apfelmark 14,5 g

Ein Erdbeer-Bananen-Smoothie aus dem Supermarkt enthält pro 100 ml etwa 11 g Zucker (also Fruchtzucker). Das Fläschchen fasst 250 ml und mal ehrlich, wer stellt den Smoothie halb leer getrunken wieder in den Kühlschrank? Und so trinkt man eben das Fläschchen leer und hat mit dem Erdbeer-Bananen-Smoothie mir nichts dir nichts 27,5 g Fruchtzucker intus.

[red_box] Wenn man bedenkt, dass ein gesunder Mensch pro Tag bis zu 25 g Fruchtzucker gut verträgt, dass heißt das der Stoffwechsel diese Menge problemlos verarbeiten kann, dann hat man mit einem solchen Smoothie das Limit schon erreicht.[/red_box]

Nun wird der Smoothie vielleicht nicht das einzige fruchtzuckerhaltige Lebensmittel sein, das am Tag gegessen wird: vielleicht noch ein Apfel dazu oder ein Fruchtjoghurt aus dem Supermarkt, der eine Fruchtzubereitung enthält, die wiederum Glukose-Fruktose-Sirup oder Oligofruktose enthält, was nichts anderes ist als Fruchtzucker.

Und so nimmt man schnell einmal deutlich mehr als die 25 g Fruchtzucker, die ein gesunder Mensch gut verträgt, am Tag zu sich.

>> Erfahre hier, wie Fruchtzucker nicht nur dick, sonder auch krank machen kann

Fruchtzucker: 3 entscheidende Eigenschaften

Welche Auswirkungen hat das?

Dazu muss man wissen wie der menschliche Stoffwechsel mit Fruchtzucker umgeht, wie er ihn also verarbeitet.

1. Im Gegensatz zu normalem Zucker, braucht der Körper kein Insulin, um den Fruchtzucker verarbeiten zu können. Das ist auf der einen Seite gut, weil die Bauchspeicheldrüse (die das Insulin produziert) geschont wird. Auf der anderen Seite wird Fruchtzucker schneller verstoffwechselt und wenn zu viel vorhanden ist, in der Leber ohne Umwege in Fett umgewandelt, das auf unseren Hüften landet.

2. Fruchtzucker fördert außerdem, dass das Fett aus unserem Essen als Körperfett gespeichert wird. Die Kombination von viel Fruchtzucker mit fetthaltigem Essen lässt die Fettpölsterchen wachsen.

3. Fruchtzucker hat aber noch eine ganz andere, für unsere Überflussgesellschaft nachteilige Eigenschaft: er löst kein Sättigungsgefühl aus und verleitet uns deshalb weiter zu essen, obwohl wir eigentlich satt sein müssten, weil wir ja schon genug Energie aufgenommen haben.

[white_box] Studie: Eine Forschergruppe der Yale-University hat die Gehirnströme zweier Probandengruppen miteinander verglichen. Die eine Gruppe hat eine normale Zuckerlösung bekommen und die andere Gruppe eine Fruchtzuckerlösung. Die Forscher konnten nachweisen, dass der Fruchtzucker genau die Gehrinregion NICHT anspricht, die das Sättigungsgefühl auslöst. [/white_box]

Mehr Fettpölsterchen

Wer mit Smoothies, die einen solch hohen Fruchtzuckeranteil haben, Bauchfett verbrennen will, kann also eher mit einer gesteigerten Fetteinlagerung rechnen – das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen will.

3 Tipps, wie du grüne Smoothies richtig zubereitest

1. Achte auf einen hohen grünen Anteil

Setz auf die wirklich grünen Zutaten. Allen voran Wildkräuter und andere Geschmacksträger, pro Portion eine Handvoll: Löwenzahn, Brennessel, Wegerich, Petersilie, Koriander, Basilikum, Rosmarin usw.. Als zweite große Komponente dann alles was grüne Blätter hat: Feldsalat, Spinat, Wirsing, Grünkohl und auch das Grün von Karotten oder Kohlrabi kann prima verwendet werden. Die Blätter enthalten oft sehr hohe Mengen an Mineralstoffen und Vitaminen.

2. Beschränke den Fruchtanteil auf ein Minimum

Je höher der Frucht- und Obstanteil im Smoothie, um so mehr Fruchtzucker ist enthalten. Das Obst ist prima geeignet, um den Geschmack des Smoothie abzurunden. Vom Anteil verhält es sich so wie eine Prise Salz für die Suppe. Die grünen Anteile (s. oben) sollten sehr deutlich überwiegen.

3. Nutze die fettverbrennende Wirkung von Gewürzen

Gewürze sind nicht nur für den Geschmack gut, sondern auch wegen ihrer teilweisen fettverbrennenden Wirkung. Wirksame Gewürze sind z. B. Pfeffer, Cayennepfeffer, Chili, Zimt, Ingwer, Knoblauch.

4. Verwende zur Sättigung ballaststoffreiche Zugaben

Um die sättigende Wirkung von Smoothies zu steigern und für eine bessere Verdauung empfehlen sich einige mehr oder weniger bekannte Zutaten: Flohsamenschalenpuver (2 TL pro Portion), Kräuter, Gewürze.

5. Mit den Smoothies auch die Ernährung anpassen

Wie das Beispiel von Corinna und ihrem Mann Helge gezeigt hat, ist es wenig effektiv den Smoothie zusätzlich zur normalen Ernährung zu trinken. In diesem Fall sind es zusätzliche Kalorien und eine zusätzliche Portion Fruchtzucker.

Die Ernährung sollte auf jeden Fall entsprechend angepasst werden, d. h. weniger Kohlenhydrate, mehr Eiweiß (Eier, Geflügel, Fisch, Quark, Hüttenkäse), viel Gemüse und natürlich fetthaltige Lebensmittel (Nüsse, Avocado, Käse).

Beste Grüße

Eure Diana

P.S.: Hier findest du ein Rezept für einen super leckeren Gemüse-Smoothie, das eher aus der Not heraus entstanden ist. Er macht satt und enthält je nach verwendetem Öl viele tolle einfach ungesättigte Fettsäuren, die das Herz-Kreislaufsystem schützen >> hier geht´s zum Rezept

[dark_box] Frage: Welche Erfahrungen hast du mit Smoothies gemacht? Kennst du ein tolles Rezept? Dann schreibe einen Kommentar! Ich freu mich drauf und bin gespannt. :-)[/dark_box]

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