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Wie Bauchfett deine Gesundheit gefährdet

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>> von Bauchfett bekommt man Diabetes

>> von Bauchfett steigt der Cholesterinspiegel gefährlich an

>> Bauchfett verursacht Bluthochdruck und Herzinfarkt

 

Ist das wirklich so?

Überall liest man von gefährlichem Bauchfett. Aber ist es das auch? Oder ist das wieder nur so ne Masche der Abnehmindustrie?

Ich habe mich immer gefragt, was Bauchfett genau ist, wo sammelt es sich genau und unterscheidet sich Bauchfett von anderem Körperfett? Wenn ja wie und wie wirkt es sich auf unsere Gesundheit aus?

Ganz ehrlich, bevor ich zum Thema Bauchfett recherchiert habe, dachte ich immer, dass es nur die sichtbaren Speckröllchen sind. Die Informationen, die ich aber während meiner Recherche fand, verschlugen mir schlicht weg die Sprache.

 

Fett ist nicht gleich Fett

Und das gilt nicht nur für unsere Nahrungsfette, sondern genauso für die Fette in unserem Körper. Deshalb definieren wir an dieser Stelle zunächst die verschiedenen Körperfette und beschreiben deren normalen, gesunden Anteil.

Grundsätzlich unterscheidet man das weiße Fettgewebe und das braune Fettgewebe.

 

Das weiße Fettgewebe

Das weiße Fettgewebe hat verschiedene Funktionen.

 

1. Depot- und Speicherfett

Es sammelt sich unter der Haut an (also subkutan), hauptsächlich als die Speckschichten am Bauch und Gesäßbacken, aber auch am Bauchfell und als Fett in der freien Bauchhöhle. Das Fett in der freien Bauchhöhle bezeichnet man auch als Eingeweidefett oder  viszerales Fett.

Anteil:        15 bis 25 Prozent des Körpergewichtes

 

2. Isolierfett

Auch das Isolierfett sammelt sich unter der Haut.

Anteil:        etwa 65 Prozent des Gesamtfett

 

3. Baufett

Das Baufett dient als Schutz, als mechanischer Schutz. Es kommt unter der Fußsohle, an Gelenken, Wange und z. B.  unter dem Augapfel vor. Das Baufett wird als letztes zur Energiegewinnung herangezogen, wenn Kalorien knapp sind.

 

Das braune Fettgewebe

Das braune Fettgewebe produziert Wärme aus dem gespeichertem Fett und ist ein sehr aktives Fettgewebe.

Es kommt nur an sehr wenigen Körperstellen vor und ist bei Erwachsenen nur noch als Rest zu finden (z. B. Nacken, unter den Achseln). Neugeborene haben etwa 5 Prozent braunes Fett. Neugeborene haben so viel braunes Fettgewebe, weil es für sie überlebenswichtig ist. Sie können z. B. bei Unterkühlung noch nicht mit Zittern der Skelettmuskulatur gegen Unterkühlung reagieren.

 

Bauchfett
Wenn wir jetzt Bauchfett meinen, dann sprechen wir vom weißen Fettgewebe – genau genommen vom Depot- und Speicherfett und noch genauer vom Fett in der freien Bauchhöhle (viszerales Fett), das sich also in enger Nachbarschaft um die Organe herum ansammeln kann – das Eingeweidefett.

 

Das Eingeweidefett

Wer jetzt denkt Depotfett ist doch Depotfett, der hat sich ordentlich geschnitten.

Denn im Gegensatz zu den anderen Fettpölsterchen an Po, Beinen oder Hüften – die klassischen Problemzonen also – ist das Eingeweidefett sehr aktiv und tauscht sich z. B. mit den Organen aus. Aber leider nicht, um unsere Gesundheit zu fördern, sondern um die Stoffwechselprozesse durcheinander zu bringen.

Viszerales Fett ist ein echter Störenfried, der gegen uns arbeitet.

 

So sammelt sich Bauchfett

Bauchfett sammelt sich massiv an durch über einen längeren Zeiitraum wiederholt extreme Blutzuckerspitzen, die einen hohen Insulinspiegel zur Folge haben.

Ein hoher Insulinspiegel ist der Startschuss, um Zucker in Fett umzuwandeln und dieses Fett bevorzugt als Eingeweidefett an den Bauchorganen und in den Bauchzwischenräumen zu speichern.

Bauchfett ist ein besonderes Fett.

Es ist nicht bloß ein passiver Speicher für überflüssige Kalorien. Bauchfett ist ein spezieller Stoffwechselfaktor, der pausenlos aktiv ist. Es sammelt sich in Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm und Herz an und …

 

  • fördert entzündliche Prozesse (Herzerkrankungen, Krebs)
  • verzerrt die Insulinreaktion (Insulinresistenz), in der Folge kann Diabetes entstehen
  • sendet anormale Stoffwechselsignale an den Rest des Körpers
  • erzeugt Östrogene, die bei Männern Brustwachstum begünstigen
  • lässt Organe verfetten und anschwellen

 

Das Bauchfett kann man als eine Art innere Drüse bezeichnen. Das Problem: das Bauchfett hat seine eigenen Regeln, die unserem Körper schaden.

Es erzeugt ständig Entzündungssignale und von der Regel abweichende (anomale) Signal-Hormone, die ins Blut abgegeben werden und über die unsere Körperzellen miteinander kommunizieren. Dazu zählen z. B. die Hormone Leptin und Resistin und der so genannte Tumornekrosefaktor TNF – dazu gleich mehr.

Aber nicht nur, dass Bauchfett schädliche Stoffe erzeugt, es hemmt auch diejenigen Stoffe, die uns z. B. vor Krankheiten schützen. Alle Fettzellen können etwa den schützenden Signalstoff Adiponectin produzieren, der das Herzerkrankungs-, Diabetes- und Bluthochdruckrisiko reduziert. Wachsendes und anschwellendes Bauchfett verliert seine Fähigkeit schützendes Adiponectin zu produzieren.

 

Bauchfett gefährdet unsere Gesundheit 3-fach!

1. Schädliche bzw. von der Regel abweichende Stoffe werden vermehrt erzeugt

2. Die Produktion schützender Stoffe wird reduziert

3. Das Bauchfett ist selbst entzündet. Es enthält z. B. reichlich weiße Blutkörperchen (Makrophagen).

 

 

Die Rolle des Hormons Leptin

Das Hormon Leptin und sein Gegenspieler Ghrelin regulieren das Hunger-Sättigungsgefühl. Leptin hat dabei die Aufgabe den Appetit zu zügeln und das Hungergefühl zu unterdrücken. Dafür muss das Leptin an zwei bestimmten Arten von Nervenzellen andocken, die uns dann sagen: “So jetzt hast du keinen Appetit und Hunger mehr, hör auf zu essen!”. Das muss man sich vorstellen, wie der Schlüssel zum richtigen Schloss passen muss.

 

Je mehr Leptin, desto weniger Hunger!

Je mehr Ghrelin, desto mehr Hunger!

 

Man weiß aus zahlreichen Untersuchungen, dass das Blut von Menschen mit wenig Depot- und Bauchfett wenig Leptin enthält, was bedeutet, dass deren Appetit stark angeregt wird.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Menschen mit hohem Körperfett- und Bauchfettanteil mehr Leptin im Blut haben müssten als schlanke Menschen – und das ist tatsächlich auch der Fall.

Demnach müssten Fettleibige Menschen eigentlich weniger Hunger und Appetit haben, weil ihr Blut viel Leptin enthält – und das ist leider nicht der Fall.

Fettleibige Menschen leiden nicht unter einem Leptinmangel, sondern darunter, dass das Bauchfett das Schloss der Nervenzellen verstopft, so dass der Schlüssel Leptin die Nervenzelle nicht mehr öffnen kann, um uns zu sagen, dass wir keinen Hunger mehr haben.

 

Die Rolle des Hormons Resistin

Das Hormon Resistin ist noch gar nicht so lange bekannt. Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität der Pennsylvania haben es 2001 entdeckt.

Die Forscher fanden heraus, dass es vom Fettgewebe abgesondert wird und stellten einen Zusammenhang des Hormons mit Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit fest.

Bei Mäusen haben die Wissenschaftler z. B. festgestellt, dass sie eine Insulinresistenz entwickelten als man ihnen das Hormon injizierte.

Leiden Menschen an einer Insulinresistenz, dann reagieren die Zellen immer schlechter auf das Insulin, das ja den Zucker aus dem Blut entfernen soll. Die Folge ist, dass die Bauchspeicheldrüse dann versucht immer mehr Insulin zu produzieren, weil ja immer noch zu viel Zucker im Blut ist. Irgendwann macht sie schlapp und der Diabetes ist nicht mehr abzuwenden.

 

Die Rolle des Tumornekrosefaktors (TNF)

Der TNF ist ein Signalstoff des Immunsystems, der hauptsächlich von Makrophagen (weißen Blutkörperchen) ausgeschüttet wird. Der TNF regelt dabei wie aktiv die verschiedenen Zellen zur Immunabwehr sein sollen.

Wie der TNF wirkt und mit anderen Stoffen zusammen wirkt ist sehr komplex. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass der TNF in allen Geweben zu einer vermehrten Insulinresistenz führt. Was eine Insulinresistenz bewirkt, haben wir oben schon beschrieben.

Auf das Bauchfett bedeutet das: viel Bauchfett = viele weiße Blutkörperchen = viel TNF = Gefahr der Insulinresistenz = Gefahr an Diabetes zu erkranken.

 

Mein Fazit

Nach allem was ich bei meiner Recherche entdeckt habe, kann ich nur sagen – Bauchfett weg!

Bauchfett ist wirklich gefährlich, vor allem, weil es ja zunächst keine Schmerzen verursacht. Im Gegenteil ist es ja am Anfang auch ein Stück weit kuschelig und gemütlich. Aber wenn das Bauchfett seine gefährliche Seite zeigt, kann es unter Umständen schon zu spät sein, z. B. bei einer jahrelangen Insulinresistenz, die die Bauchspeicheldrüse unwiderruflich schädigt oder sogar ganz außer Gefecht setzt, so dass sie gar kein Insulin mehr produziert.

Und genau das ist es, was mich so entsetzt hat. Dass Insulin einen so großen Einfluss darauf hat, dass wir überhaupt Bauchfett ansetzen. Insulin – dass Fettspeicherhormon. Ein immer wieder extrem erhöhter Insulinspiegel ist der Startschuss für einen fetten Bauch.

Die Frage ist jetzt wie man das Bauchfett verbrennen kann – und das möglichst effektiv.

 

Die Lösung … !

… die wir auch täglich erfolgreich umsetzen ist eine kohlenhydratarme Ernährung.

Denn es sind die Kohlenhydrate, auch und insbesondere die vielen gesunden z. B. aus Vollkorn, die das gefährliche Bauchfett wachsen lassen.

Ein wirklich sehr effektvoller Tipp ist, auf Weizen zu verzichten. Das hört sich jetzt irgendwie unmöglich an, weil ja in sehr vielen unserer täglichen Lebensmittel Weizen steckt.

Und genau das ist der Clou!

Wer auf Weizen verzichtet, hat ganz automatisch einen Großteil der Kohlenhydrate vom Speiseplan gestrichen. Sicherlich ist es zu Anfang nicht leicht, komplett auf Brot, Brötchen, Nudeln in sämtlichen Variationen, Kuchen, Plätzchen usw. zu verzichten.

 

Unser Tipp!

Mach es Schritt-für-Schritt, z. B. morgens statt zwei Brötchen, nur noch eins und dafür ein leckeres Frühstücksei.

3 comments

  1. Ihre Argumente sind stichhaltig.
    Es fällt mir wirklich schwer, auf die Kohlehydrate in Form von Brot zu verzichten, weil es für mich die wichtigsten Kohlehydrate sind. Dennoch will ich versuchen, wenigstens auf Kuchen etc. zu verzichten, um 1 x am Tag eine Scheibe Brot zu essen.

    • Das kann ich absolut nachvollziehen. Mir ist es auch nicht leicht gefallen auf Brot zu verzichten, zumal es bei mir ein echtes Grundnahrungsmittel war.
      Ich kann nur empfehlen es Schritt-für-Schritt umzusetzen – das funktioniert! So können Sie sich und Ihren Stoffwechsel langsam daran gewöhnen. Reduzieren Sie den Kohlenhydratanteil nach und nach.
      Auf den Kuchen müssen Sie dabei nicht komplett verzichten. Legen Sie einen Schlemmertag pro Woche ein und genießen Sie an diesem Tag Ihr Stück Kuchen.

      Viele Grüße
      Diana

    • Hallo Klosa,
      ja, ganz leicht ist es wirklich nicht. Mich hat schon der Artikel von letzter Woche aufgerüttelt. So langsam verstehe ich, was passiert, wenn man Kohlenhydrate isst. Ich verstehe nicht, warum Ärzte bei Diabetes vielgesundes Vollkorn empfehlen.
      Hab letzt Woche angefangen die Speckkiller-Tips umzusetzen und muss sagen, dass ich irgendwie nicht mehr so einen Heißhunger verspüre – ganz weg ist es aber noch nicht. Es motiviert mich einfach, die kleinen Erfolge zu sehen.
      Gruß
      Hildegard

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